Drucken

Nach Ablauf der Arbeit zum Runden Tisch zur Schulzeitverkürzung G8 kommen die beteiligten Bürgerinitiativen G-ib-8 und G9-jetzt! In NRW zu einer deutlichen Einschätzung zu Verlauf und Struktur des Prozesses:

Im Gegensatz zur Darstellung von Ministerin Löhrmann, die sich als Moderatorin eines ergebnisoffenen Beratungsprozesses unabhängiger Experten in der Öffentlichkeit darstellt, war die Arbeit in den Arbeitsgruppen von vorne herein durch eine einseitige Fixierung auf die Bewahrung von G8 bestimmt. Die Diskussion unter den etwa 50 Teilnehmern war jederzeit wesentlich vom Löhrmannschen Schulministerium (MSW) gelenkt und vorstrukturiert. Trotz der wiederholten Bemühungen der teilnehmenden Bürgerbewegungen, die sich für die Schulzeitverlängerung G9 eingesetzt haben, bestand zu keinem Zeitpunkt ein Interesse des MSW an einer offenen Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von G8 und G9. Bereits durch die Festlegung des Arbeitsauftrages an die Arbeitsgruppen zugunsten einer Bewahrung von G8 zeigte die Ministerin zweifelsfrei eine dreifache Missachtung:

Die Titel der drei Arbeitsgruppen zum Runden Tisch zeigen zweifelsfrei, dass es aus- schließlich um den Versuch der Rettung einer konzeptlosen Schulzeitverkürzung ging und dass die von Ministerin Löhrmann angestrebten Ergebnisse dem Prozess strukturell vorbestimmt waren:

1.) Schulzeit – Freizeit. Ganztag und außerschulische Bildung im Zeichen von G8
Hier wird der Ausbau des verpflichtenden Nachmittagsunterrichts als Entlastungsmöglich- keit bei G8 vorgeschlagen, obwohl nach aktuellen Umfragen 73% der Bevölkerung in NRW genau dies an Gymnasien nicht möchten.

2.) Bisherige Handlungsfelder und weitere Entlastungsmöglichkeiten
Auch hierbei ging es ausschließlich um die Erörterung der Optimierung der bisherigen Verbesserungsversuche und weitere Entlastungsmöglichkeiten innerhalb von G8. Einige der jetzt zum Abschluss des Prozesses formulierten Empfehlungen sind bereits zu Beginn der Diskussion vom MSW aufgeführt.

3.) Gesicherte Erkenntnisse als Basis für Grundsatzentscheidungen
Dabei stellte ausschließlich eine einzige Bildungswissenschaftlerin ihre Studie vor, die auf einer nicht repräsentativen Umfrage unter Studenten einer einzigen Universität basiert und vom MSW finanziert wurde.

Zudem wurden die meisten der nun vorliegenden Ausbesserungsvorschläge zu G8 vom MSW formuliert und unter Lenkung der Beamten des Schulministeriums behandelt.

Insgesamt wird deutlich: Der Runde Tisch war von Anfang an eine geschlossene politische Strategie Frau Löhrmanns zur Bewahrung einer gescheiterten Reform, die sich schon in den vergangenen Jahren seit ihrer Einführung in der Praxis als resistent gegen alle Verbesserungsvorschläge erwiesen hat. Die nun vorliegenden höchstens marginalen Verbesserungen zu G8 sind ein verzweifelter Versuch etwas zu retten, was nach vielen vergeblichen Verbesserungsversuchen nachweislich gescheitert ist.

Frau Löhrmanns Strategie war von Anfang an folgende: die Beschwerden gegen G8 sollten öffentlichkeitswirksam aufgenommen werden, die Klagen sollten reduziert werden, damit soll der Widerstand gegen G8 gebrochen und letztlich G8 am Gymnasium beibehalten werden. Das Gymnasium wird dadurch weiterhin unattraktiv. Zwischenzeitlich sollen im Sinne der eigenen parteipolitischen Linie die Sekundarschulen mit verpflichtendem Ganztagsbetrieb ausgebaut werden.

Tatsächlich aber sind die Verbesserungsempfehlungen im Wesentlichen ohne praktische positive Auswirkung. Zudem bringt das Festhalten an G8 für den Steuerzahler in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich höhere Kosten mit sich.

Die reale Überforderung von Schülern, Lehrern und Familien durch G8 werden durch dieses politisch-manipulative Manöver der Ministerin Löhrmann nicht verantwortungsvoll behoben.

In Anbetracht dieser Fakten zu Struktur, Verlauf und Ergebnissen des Runden Tisches kommen die Bürgerinitiativen zur Erkenntnis: Beim Runden Tisch hat Frau Löhrmann sich selbst beraten!