Drucken

Heute startete in Hamburg die dreiwöchige Eintragungsfrist für das Volksbegehren "Wiedereinführung G9 an den Hamburger Gymnasien". Auch in Hamburg sind die Eltern wie in NRW gezwungen, gegen eine Schulpolitik vorzugehen, die seit Jahren konsequent gegen den Willen von 3/4 der Eltern und der Bevölkerung gerichtet ist. Dieser Wille ist seit Jahren stabil und findet keine Repräsentanz in der Parteipolitik. Auch die neuesten Ergebnisse der Demoskopie bestätigen: Acht von zehn Eltern (79 %) bevorzugen für ihr Kind einen G9-Bildungsgang. (TNS Emnid 2014) Dass diese einhellige Meinung der Eltern auch von der Gesamtbevölkerung geteilt wird, zeigte aktuell wieder die Forsa-Umfrage vom April 2014 in NRW. Nur 15% aller Nordrhein-Westfalen sind gegen eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien.

Umso erstaunlicher ist das Verhalten der Parteien in NRW und Hamburg. Wenn der lange Zeit manifestierte überwältigende Mehrheitswille der Bevölkerung von der Parteipolitik ignoriert wird, funktioniert die repräsentative Demokratie nicht mehr.

Dieses "Abheben" der Politiker wird von den Wählern zunehmend zum Anlass genommen, Wahlen zu boykottieren oder "Protestparteien" zu wählen. Beispiele wie Sachsen, Brandenburg oder Thüringen zeigen, dass der Habitus der "alternativlosen" Politik gegen das Volk die Parteien und damit auch die parlamentarische Demokratie in die Sackgasse führt. So bleibt den Bürgern nur noch der sehr arbeits- und zeitaufwändige Weg über die Elemente der direkten Demokratie, die die Landesverfassungen bieten.

Neben dem Elternwillen ignoriert die Parteipolitik in unverantwortlicher Weise die Erfahrungen der Praktiker. Der 20. deutsche Jugendmedizinkongress 2014 zog folgendes Resümee: "Psychisch bedingte Krankheitsbilder nehmen bei Schülern zu. Bereits Neunjährige berichten in der Sprechstunde von "Höllenstress". Eine Lösung ist die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit."

Im Gegensatz zu den sogenannten empirischen Bildungsforschern stellen Hochschullehrer gleichzeitig fest: "Vielen Abiturienten fehlt es an grundlegendem Fachwissen. In naturwissenschaftlichen Fächern sind die Kenntnisse der Studienanfänger erschreckend. Viele Unis müssen Brückenkurse anbieten, dennoch bricht ein hoher Anteil der Studenten ihr Studium ab." (Prof. Hans Peter Klein)

Doch die Erfahrungen der Ärzte und der Hochschullehrer sind für die Parteipolitiker genauso irrelevant wie der Elternwille.

Deshalb hat G9-jetzt! in NRW schon über 32.000 Wählerstimmen für G9 in NRW gesammelt und unterstützt das Hamburger Volksbegehren auch praktisch. Der Sprecher der nordrhein-westfälischen Volksinitiative, Marcus Hohenstein, wird an diesem Wochenende persönlich in Hamburg die dortigen Eltern bei der Unterschriftensammlung unterstützen.