G 9–Initiativen sowie Ärzte und Psychotherapeuten gehen in Berlin gemeinsam in die Öffentlichkeit

Eine umgehende Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit an Gymnasien haben jetzt Sprecher von gut vernetzten Aktionsgruppen und Initiativen aus der gesamten Bundesrepublik auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin verlangt. Mit Ihrem Schritt in die bundesweite Öffentlichkeit wollen diese Gruppen unterstreichen, dass es höchste Zeit ist, bundesweit auf die Beendigung des misslungenen Schulexperiments G 8 zu drängen und den Weg für die erforderlichen Korrekturen bei der Schulzeitdauer gezielt und konsequent zu gehen.

Die Sprecher forderten zugleich die Landesregierungen aller Bundesländer, die ihren Gymnasien die Rückkehr zu G 9 verweigern, auf, schnellstens zu G 9 zurückzukehren, damit nicht noch weitere Schülergenerationen durch G 8 Schaden erleiden müssten. Nur durch schnelle und konsequente Entscheidungen könne nämlich vermieden werden, dass G 8 weiterhin zu einer schweren Hypothek in den schulischen Bildungsgängen unserer Schülerinnen und Schüler werde.

Nach Auffassung der Sprecherin der versammelten Vertreter der Initiativen, habe sich in allen Ländern der Bundesrepublik zweifelsfrei gezeigt, dass die vor 10 Jahren an den Gymnasien eingeführte Schulzeitverkürzung auf acht Jahre ein „bildungspolitischer Flop“ mit verheerenden Folgen gewesen sei. Diese gravierende Fehlentscheidung der Politik habe zu einer übermäßigen schulischen Belastung für die Schülerinnen und Schüler geführt und sei wesentliche Ursache dafür, dass ihnen heute Zeit für gründliches schulisches Lernen sowie für außerschulische Aktivitäten fehle - ein Umstand, der immer mehr auch beispielsweise von Sportvereinen und Kirchen beklagt werde, da ihre Jugendarbeit dadurch in nicht unerheblicher Weise behindert sei. So habe G 8 nicht nur zu schlechteren Lernergebnissen - insbesondere in den für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands wichtigen MINT-Fächern – geführt, sondern auch eine „existentielle Zeitnot“ bei jungen Menschen verursacht, so dass Hobbys und andere die Persönlichkeit formende Aktivitäten aus Zeitgründen kaum mehr möglich seien.

Die Mängel von G 8 sind nach Auffassung der Teilnehmer aus den verschiedenen Bundesländern inzwischen so offensichtlich, dass nicht nur die überwältigende Mehrheit der Eltern, Lehrer und Schüler die Wiedereinführung der neunjährigen Schulzeit fordere, sondern auch Ärzte, Psychotherapeuten sowie Vertreter der Hochschulen und maßgebende Wirtschaftsverbände, die zunehmend die mangelnde „menschliche Reife“ der G 8–Abiturienten beklagten. Verständlicherweise gebe es inzwischen in keinem Bundesland noch Fürsprecher für G 8. Dieses habe eine verantwortungsbewusste Politik zur Kenntnis zu nehmen und die entsprechenden Konsequenzen ohne Wenn und Aber zu ziehen.

Vielfach beharrten die Politik und die Kultusverwaltungen immer noch auf G 8, jedoch bei gleichzeitiger Senkung der Leistungsanforderungen. Eine solche Senkung der Bildungsqualität lehnen jedoch Sprecher der in Berlin versammelten Initiativen als „schlechteste aller denkbaren Lösungen“ entschieden ab, da sie in unverantwortlicher Weise die Zukunftschancen der Schüler und letztlich der gesamten Gesellschaft beeinträchtige.

Die Schulpolitik anderer Bundesländer hinterlasse den Eindruck, dass man bewusst am achtjährigen Gymnasium mit seinen Problemen festhalte, um Gründe zu haben, die Arbeit der Gymnasien gezielt zu desavouieren und um Werbefeldzüge für integrierte Schulformen, wie Gesamtschulen und Gemeinschaftsschule, führen zu können.

Angesichts der schwerwiegenden Nachteile der Schulzeitverkürzung und ihrer breiten Ablehnung bei den unmittelbar Betroffenen und in der Öffentlichkeit, aber auch der unkomplizierten Lösungsmöglichkeit richteten die versammelten Sprecher der Initiativen und Aktionsgruppe einen dringlichen Appell die politisch Verantwortlichen in den Bundesländern: „Zwingen Sie die Schüler des Gymnasiums nicht länger dazu, unter Rahmenbedingungen zu lernen, die sich als untauglich herausgestellt haben und die sie nach eigenen Worten als untragbar ansehen. Ändern Sie umgehend einen Zustand, den eine überwältigende Mehrheit aus guten Gründen ablehnt. Schaffen Sie die gesetzlichen Voraussetzungen, dass bereits die Schüler der jetzigen 5. bis 7. Klassen von der Verbesserung der Lernbedingungen profitieren. Handeln Sie bei den Gymnasien so zügig und verantwortungsbewusst: Führen Sie die Gymnasien zu G 9 zurück.

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