Eltern, Lehrer, Ärzte und Psychotherapeuten fordern die schnellstmögliche Einführung des 9-jährigen Curriculums an den Gymnasien.

Elternwille achten --- Turbo-Abi abschaffen! Bedarfsorientierte und finanzpolitisch realistische Schulpolitik nötig! 

Zahlreiche Studien zeigen, bundes- wie landesweit, dass G8 von Eltern und Schüler/innen nicht gewünscht ist. So zeigte bereits 2010 die Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung, G-ib-8 in NRW, dass mehr als 78 % der Eltern G8 strikt ablehnen und das 9-jährige Curriculum an die Gymnasien fordern. Diese klare Tendenz wurde 2010 in einer Studie des Allensbach-Institutes bundesweit bestätigt. Im Jahr 2012 zeigten sowohl eine Jakoo-Studie als auch Evaluationen von Unicef und Kinderschutzbund die gleichen Ergebnisse. Jüngste Emnid-Umfragen bestätigen, dass 80% der Eltern eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren an den Gymnasien wünschen.

„Das Abitur nach 13 Jahren ist nicht nur anspruchsvoll und mit ordentlichen Inhalten bestückt gewesen, sondern auch international geschätzt. Es gibt nach wie vor keine tauglichen Argumente für G8. Ein nachhaltiges Lernen und eine gute individuelle Förderung sind mit G8 nicht möglich. Die Schulabgänger sind z. B. in den USA zu jung, um ein Bachelor-Studium zu beginnen und im naturwissenschaftlichen Bereich haben die für G8 vorgenommenen Kürzungen dazu geführt, dass der Voraussetzungen z. B. für ein Ingenieurstudiums nicht mehr gegeben sind“, erklärt M. Hohenstein, Studienrat aus Siegen, von der Initiative G9-jetzt. „Das Motto der Landesregierung: Wir lassen kein Kind zurück! wird mit G8 völlig missachtet, denn G8 führt zu hohen Abbrecherzahlen an den Gymnasien. Der Weg zur Gesamtschule ist nicht möglich, also bleibt da nur die Realschule. Am Gymnasium haben die Jugendlichen zudem beim Abgang nach der 9. Klasse keinen Realschulabschluss, obwohl offiziell die Inhalte der 9. Klasse denen der 10. Klasse im G9 entsprechen sollen. Außerdem greift diese Schulpolitik zu sehr in die Beziehungen der Familien ein und kann deshalb für eine Gesellschaft wie auch für die Entwicklung der einzelnen Persönlichkeiten nicht förderlich sein!“ erklärt M. Hohenstein.

„Die nordrheinwestfälische Landesregierung kann und darf nicht weiter an G8 festhalten. Dieser verkürzte gymnasiale Bildungsgang ist nicht schülerorientiert und zudem gesundheitsschädigend. All das ist schon lange bewiesen und den verantwortlichen Politikerinnen dieses Landes bekannt. Daran festzuhalten, bedeutet eine eklatante Missachtung des vielfach deutlich erklärten Elternwillens!“ erklärt A. Nostadt, Sprecherin der landesweiten Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung, G-ib-8. 

„Es gibt hier schon zu lange eklatante Widersprüche in der Schulpolitik, die wir so nicht weiter hinnehmen werden:

1. G8 ist als Gesetz flächendeckend für alle Gymnasien verpflichtend, obwohl 80% der Eltern G9 fordern.

2. Mit G8 werden die Gymnasien in den Nachmittagsunterricht (Ganztag) gezwungen, obwohl 2/3 der Eltern dies nicht möchten. 

3. Wenn die Landesregierung vorgibt, den Gymnasien unter G8 eine Ganztagslösung zu finanzieren, dann richtet sie sich mit dieser Schulpolitik zum einen gegen den Elternwillen und handelt zudem auch deutlich gegen die Möglichkeiten im Finanzhaushalt des Landes NRW. Das Land NRW sowie die Kommunen können überall dort, wo G8 zurzeit existiert, keinen Ganztag realisieren.

4. Obwohl Schule dem Wohl der Schüler/innen dienen muss, macht G8 nachweislich krank

Wenn man den Sachverhalt so ehrlich betrachtet, ist es allein aus diesen Gründen unmöglich G8 beizubehalten. Als politisch Verantwortliche kann man nicht weiter ein Schulsystem aufrechterhalten, das krank macht und Gelder einplanen, die zum einen nicht existieren und zum anderen genau dort auch nicht gewünscht sind! Eine gesunde, bedarfsorientierte wie finanziell realistische Schulpolitik ist dringend nötig.“ so die Psychologin A. Nostadt. 

„Was vor der Landtagswahl hoch im Kurs lag, nämlich genau diese klar formulierten elterlichen Anliegen der 9 Jahre an den Gymnasien per Gesetz, wird nach der Wahl nicht mehr ernst genommen. Mit der Zeit vermehrt sich leider zudem der Verdacht, dass die Landesregierung den enormen Druck an den Gymnasien, der durch G8 existiert, bewusst in Kauf nimmt, um längerfristig dem Gymnasium Probleme zu bereiten. Wenn Ministerin Löhrmann mitteilt,  das Land biete durchaus die Möglichkeit den 9-jährigen Weg zum Abitur zu erfahren, nämlich an den Gesamt- sowie Gemeinschaftsschulen, lässt es die Bürger/innen kaum zweifeln, dass hier deutlich manipuliert werden soll. Wir Eltern und Fachleute schauen schon seit Jahren über die Landesgrenzen hinaus. Wir mussten feststellen, dass das, was z.B. eine CDU/FDP-Regierung in Schleswig-Holstein (SH) im Koalitionsvertrag 2009 erlaubt hatte, nämlich die Möglichkeit für Gymnasien die 9-Jahre wieder als Halbtagsbetrieb einzuführen, von der Folgeregierung in SH direkt unterbunden wurde. Diejenigen Gymnasien, die auf G9 gewechselt hatten, sind nun zwar unter Bestandsschutz gestellt worden und kein weiteres Gymnasium darf zurzeit auf das 9-jährige Curriculum umwandeln. Hier wird von der neuen Landesregierung (in SH) ebenfalls auf die Gesamt- und Gemeinschaftsschulen verwiesen“, resümiert A. Nostadt.

„Auch wenn Gesamt- und Gemeinschaftsschulen eine Rolle im nordrheinwestfälischen Schulsystem innehaben, ist es aber zugleich notwendig anzuerkennen, dass das Gymnasium in seiner Form und Struktur erhalten werden soll. Dies wird von vielen Bürger/innen des Landes so gesehen. Das Gymnasium wird eindeutig gewünscht, der weitere Zulauf bestätigt dies grundsätzlich. Dies aber mit 9 Jahren Laufzeit, das muss man sehr differenziert sehen.“ erkennt A. Nostadt. „Das von Bildungspolitikern gestrickte und zugleich unzulässige Dilemma heißt: `Wenn ich die gesunden neun Jahre zum Abitur für mein Kind realisieren möchte, muss ich im Doppelpack dazu auch den gebundenen Ganztag wählen`. Genau das möchte eine Vielzahl von Familien dieses Landes nicht. Hier möchte man sich nicht weiter bevormunden lassen. Über diesen klaren Bürgerwillen wird sich auch eine nordrhein-westfälische Landesregierung nicht weiter hinwegsetzen können.“, erklärt A. Nostadt. 

„Zumal es bekannt ist, dass die gewünschten Verbesserungsmaßnahmen unter G8 seit Jahren nicht greifen. Die Kürzungen der Curricula zeigen zum einen keine entlastende Wirkung und zum anderen führen sie zu einem gewaltigen Bildungsverlust. Das zeigen Erfahrungen anderer Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, in denen G8 schon früher eingeführt wurde. Auch die Verbesserungsversuche unserer Bildungsministerin S. Löhrmann bringen keinen Effekt. Der Sieben-Punkte-Plan kommt bei den Schüler/innen nicht an. Dies bestätigte auch der Landesvorsitzende der Landeselternschaft der Gymnasien (LE) in NRW, R. Leisner (2012). Selbst die wenigen Vorzeige-Gymnasien in NRW (Best-Practise-Bespiele), bringen keinen Effekt. Am Konstruktionsfehler G8 kann nicht weiter festgehalten werden!“ so A. Nostadt. „Die Versuche der Werbung von Seiten der Regierung sowie der Verbände in NRW entwickelten sich in den letzten Jahren interessanterweise folgendermaßen: Von Slogans wie `G8 gelingt!`, `G8 kann gelingen!´, `Nicht wieder raus aus der Kartoffel!` ´Strukturdebatten führen zu nichts!` folgte dann: `Auf die Lehrer kommt es an!` Jetzt tragen wieder die Lehrer die Schuld der G8-Misere, wo sie doch selbst durch G8 extrem belastet sind!“ resümiert A. Nostadt. „G8 ist aber ein Konstruktionsfehler und dieser grundsätzliche Fehler kann tatsächlich mit Verbesserungen, Kürzungen, und  ungewünschten Verschiebungen in den Ganztag nicht geändert werden!“, fügt sie hinzu.

„Längst ist allseits bekannt, dass G8 gesundheitsschädigende Faktoren mit sich bringt. Mit G8 erfahren die Betroffenen eine höhere Wochenstunden-Belastung, als der Arbeitnehmerschutz für Erwachsene vorsieht, d.h. konkret eine Arbeitsbelastung von 45-50 Stunden pro Woche. Der Hausaufgaben-Erlass kann nicht eingehalten werden, in der Oberstufe gibt es in dieser Hinsicht gar keinen Schutz, denn die Langtage sind individuell sehr unterschiedlich. Es existiert somit eine permanente Überforderung für die betroffenen Schüler/innen, in zeitlicher wie auch in inhaltlicher Dimension. Die Unterrichtsinhalte sind zudem häufig nur für 1-2 Jahre ältere Schüler akzeptabel  bzw. kognitiv verarbeitbar. Diese Kinder und Jugendliche sind einem enormen Lern- und Leistungsdruck ausgesetzt. Die Folgen davon sind ebenso seit längerem bekannt: ab dem 11. Lebensjahr ein erhöhtes Aufkommen von Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Essstörungen, Depressionen u.a. psychosomatischen Symptomen sowie – bedingt durch die wenige Zeit, die die Schüler/innen zur Verfügung haben – ein deutlich erhöhter Gebrauch von SMS und Chats. Ich kenne diese Betroffenen aus meiner Praxis, aber auch aus dem persönlichen Umfeld.“, resümiert A. Nostadt. „Zahlreiche Studien der Krankenkassen (z.B.: DAK, TK. Vivento Berlin) oder von Ärzten (zuletzt: „Verkürzte Schulzeit, verkürzte Muskeln!“) belegen schon lange diesen enormen Anstieg von belasteten Kindern und Jugendlichen und dies wird sozusagen von den Schulpolitiker/innen `hausgemacht`. Es ist genug Zeit vergangen, seit der Einführung von G8. Aus den Erfahrungen müssen auch Bildungspolitiker/innen lernen. Die gesunde klare Linie mit 9 Jahren, guten Bildungsinhalten und einem Halbtagsgymnasium als Regelfall muss wieder möglich sein!“, so Nostadt. „Kinderarbeit wurde einmal verboten und auch die Schulpolitik muss sich daran halten!  Die Erfahrung aus anderen Bundesländern hat gezeigt, dass G9 ohne Probleme wieder eingeführt werden kann.“ Auch unsere Bildungspolitiker/innen müssen sich lernfähig zeigen und sollten sofort damit aufhören, zu versuchen in der Hauptsache eigene parteipolitische Ziele durchzusetzen.“, kritisiert A. Nostadt.

„Erklärter Elternwille ist, dass G9 als Regelschulzeit von 9 Jahren wieder per Gesetz an die Gymnasien herangeführt wird. Dann kann der Unterricht im Halbtagsbetrieb mit seinen freiwilligen Angeboten am Nachmittag erfahren werden und die Schüler/innen können ihre Persönlichkeitsentwicklung auch außerschulisch gestalten. Die anerkannte Bildung im Humboldtschen Sinne kann wieder gewährleistet werden. Familienstrukturen werden nicht weiterhin zerschlagen, sondern Begegnungen in der Familie, mit Verwandten, Vereinstätigkeit im Stadtviertel, Freunde treffen, Sport etc. kann wieder gelebt werden.“, so A. Nostadt. „Dies alles wird seit und mit G8 extrem beschädigt. 

„Gewünscht von Eltern und notwendig ist ein angemessenes, bedarfsorientiertes Angebot, wie z.B. die Offene Ganztags-Lösung oder sinnvolle Übermittagsbetreuungen mit Lern- und Spielzeiten, die von den Grundschulen bekannt und sehr geschätzt sind, auch an den Gymnasien. Das ist im Übrigen finanziell realistisch. Alles andere lässt der Landeshaushalt sowieso nicht zu. Es gibt bereits Bestrebungen von Grundschuleltern, die für ihre Kinder ein Gymnasium ohne G8 und ohne verpflichtenden Nachmittagsunterricht fordern (z.B. öffentlicher Brief an die Ministerin von Grundschuleltern vom 21.01.2013, zuletzt: WDR Markt 4.11.13, Turbo-Abi).“ 

„Selbst die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW, deren Geschäftsführung im Übrigen seit Jahren keine Kinder im G8-System hat, ist sich dessen bewusst, dass G8 sowie der gebundene Ganztag bei den Gymnasialeltern nicht erwünscht ist, ebenso wenig die Tatsache, dass durch G8 die Kinder eine Verlängerung der Unterrichtszeit in den Nachmittag hinein erleben.“, erwähnt Nostadt. „Die stets zitierte Entscheidung von 2009 der Landeselternschaft der Gymnasien, bei G8 zu bleiben ist veraltet. Das, was damals im großen Stil abgewertet und abgelehnt wurde, ist in anderen Ländern jetzt erlaubt und erfährt zudem eine hohe Resonanz bei allen Beteiligten“, fügt A. Nostadt hinzu. „Auf diese Entscheidung kann nicht mehr weiter verwiesen werden! Hier ist es dringend nötig, anzuerkennen, dass 80% der Eltern bundesweit die 9 Jahre wünschen und dass Eltern der LE in NRW eben auch dazugehören.“, so die Elternvertreterin A. Nostadt. „Es gibt Schulen in NRW, die gerne zu G9 wechseln würden. Das städtische Gymnasium Alleenstraße aus Siegburg oder ein Gymnasium des Erzbistums in Münster um nur zwei zu nennen. Diese Schulen stellten noch vor kurzem einen Antrag auf Wechsel zu G9. Doch dieser Wechsel wurde von S. Löhrmann abgelehnt mit der Begründung, es habe eine Möglichkeit für die Antragstellung zum Wechsel zu G9 gegeben und zwar von Oktober 2010 bis zum Februar 2011. Hier erwähnt die Ministerin den sog. Schulversuch, ein Mogelpaket, mit dem die Landesregierung versucht hat, den Wählerwillen abzuspeisen. Zeitlich beschränkt, mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht sowie mit zahlreichen Evaluationen bestückt, war dieser Schulversuch derartig unattraktiv für die Gymnasien, dass insgesamt nur 13 Schulen daran teilgenommen haben. Die Bildungsministerin führte bislang gerade diese dürftige Resonanz auf den Schulversuch heran, um aufzuzeigen, es würde nicht genug Nachfrage nach der G9-Variante in NRW geben. Das klingt, wie ein Verdrehen von Tatsachen. Hier braucht die Bildungsministerin dringend Nachhilfe“, mahnt A. Nostadt.

„Dass G8 gescheitert ist, zeigt sich im gesamten Bundesgebiet. In fast allen Bundesländern gibt es seit Jahren Proteste und anhaltenden Widerstand von Seiten der Eltern, Schüler/innen und Lehrerverbände gegen G8. Nunmehr sind es auch 8 Länderverbände des Deutschen Philologenverbandes, die eine Rückkehr zu G9 fordern, darunter auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes H.-P. Meidinger, der insbesondere deutlich macht, dass die Bildung zu sehr leide und die Schüler/innen einem zu hohen Druck ausgesetzt seien.“ berichtet die Psychologin. Auch der Landesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes in NRW, P. Silbernagel, räumt neuerdings ein, dass 90% aller Eltern, Lehrer und Schüler ein G9 wählen würden und dass aus pädagogischer wie fachlicher Sicht G8 ein Fehler sei“. so A. Nostadt. 

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass G8 keinerlei Vorteile mit sich bringt, sondern nur Nachteile. Deshalb haben wir entschieden, das 9-jährige Curriculum wieder einzuführen.“, erklärt Karin Hechler, Direktorin der Schillerschule (Gymnasium) in Frankfurt/Hessen. „Die Landesregierung in Hessen hat die Einführung der 9 Jahre an den Gymnasien per Gesetz wieder erlaubt und viele hessische Schulen machen davon Gebrauch. Alle Betroffene, Schüler/innen, wie Lehrer und Eltern sind darüber froh, wieder mehr Zeit zu haben und in der Bildung mehr Qualität verwirklichen zu können. Bei uns heißt es Vorwärts zu G9! Es gibt in Hessen eine klare Tendenz und eine große Nachfrage für G9“, erklärt die Leiterin. „G8 ist lediglich ein Abi-light, ein Sparmodell, sowohl inhaltlich als auch materiell. Das ist bereits Hochschulprofessoren und Unternehmenschefs bekannt. Jugendliche sollten mit weit mehr ausgestattet sein, wenn sie mit einem Abitur die Schule verlassen, als das, was sie in G8 erfahren. Jungen Menschen soll es ermöglicht werden, die Allgemeine Hochschulreife zu erreichen, was mit G8 sehr kritisch anzusehen ist. G8 bedeutet mehr Stress und viel weniger Qualität! Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Schüler/innen nur noch von einer Klassenarbeit zur nächsten lernen, dass die Nachhaltigkeit ausbleibt und Schüler/innen beklagen, dass sich bei ihnen ein sog. „Abhak-Effekt“ eingestellt hat, soll heißen, das gesamte Lernen ist nur noch auf Abprüfbarkeit ausgerichtet. Das Erlernte wird schnell wieder vergessen und die Anwendungs- bzw. Vertiefungsmöglichkeiten fehlen. Das erreichen wir auch nicht, wenn wir die Kinder in einer gebundenen oder anderweitigen Ganztagsbeschulung über den Tag hinweg kasernieren!“, so die Direktorin. „Schule hat heutzutage eine Hauptrolle im zivilisatorischen Prozess. Da darf nicht gespart werden. Zur gymnasialen Schulbildung gehören auch reflexive und diskursive Fähigkeiten. Diese erwerben die Schüler/innen bei G8 nicht!“, macht Oberstudienrätin K. Hechler deutlich. „Organisatorisch ist die Einführung von G9 kein Problem. Wir fangen zurzeit mit der gesamten Jahrgangsstufe der 5. Klasse an, die Schulbücher von G8 können - wegen der Stofffülle – gut auch für G9 genutzt werden. In den Fachkonferenzen besprechen wir die inhaltlichen Einzelheiten. Das alles ist schulintern überhaupt kein Problem. Wir erleben v.a. auch, dass die Kinder wieder deutlich entlastet sind, sie den Schulalltag wieder genießen und auch deutlich mehr unsere freiwilligen Angebote der Arbeitsgemeinschaften (Chöre, Kunst, Musik, Sport etc.) nutzen können. Dies lässt auch die Kultur der Schulen wieder florieren.“, formuliert die Direktorin.  

„Im SPD-geführten Rheinland-Pfalz, unserem Nachbarland, ist alles sehr problemlos geblieben. Dort wurde nur wenigen Gymnasien die G8-Variante erlaubt. Der große Rest der Gymnasien ist bei G9 geblieben. Das war eine gute Entscheidung! Nun hat Hessen G9 wieder erlaubt und es gibt eine hohe Resonanz. Ein entsprechendes Gesetz, das flächendeckend die Einführung von G9 an den Gymnasien als Regelfall vorsieht, ist längst überfällig und muss dringend von unserer Landesregierung erwirkt werden.“, verlangt A. Nostadt im Namen der landesweiten Bürgerinitiative, in der sich nicht nur betroffene Eltern befinden, sondern auch Eltern von Grundschulkindern, Ärzte, Psychotherapeuten, Lehrer, Pädagogen und andere Fachleute.

Der dringende Appell der Autoren richtet sich nicht nur an die Landesregierung, sondern auch an die Verbände in NRW, diese klaren Wünsche zu respektieren und ihr bisheriges Festhalten an G8 aufzugeben! 

Es geht um das Wohl und den Erhalt von Gesundheit, von Werten und um die Bildung unserer folgenden Generationen!“, so die Psychologin, die sich schon seit vielen Jahren mit Schulpolitik und deren Auswirkungen auf Individuen sowie auf Gesellschaft beschäftigt. „Ganz im Humboldtschen Sinne sollte der Staat die Bildung zwar finanzieren, sich aber von Instrumentalisierungen fernhalten. Die Suche nach Wahrheit, Zeit zum selbst denken Urteilen sowie zur Persönlichkeitsentwicklung muss durch Schule erlaubt werden. Schule muss daher mehr bedarfsorientiert sein. Eine Ganztagsbeschulung, so wie sie mit Hilfe von G8 von den Regierungsparteien auch an den Gymnasien angestrebt wird, ist von Elternseite nicht gewünscht sowie finanziell auch nicht realisierbar!“, so A. Nostadt, Sprecherin der landesweiten Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung, G-ib-8 und Psychologische Psychotherapeutin.

„Bayerns SPD hat bereits im Mai 2013 einen Vorschlag für eine Gesetzesänderung vorgelegt. Die Landesregierung in NRW hat die entsprechende parlamentarische Mehrheit und kann den klar formulierten Elternwillen in einem Gesetz mit sofortiger Wirkung in die Wege leiten. Auch viele CDU-Politiker des Landtages in NRW sind der G8-Variante sehr kritisch gegenüber eingestellt und würden eine G9-Gesetzes-Initiative unterstützen.“, weiß A. Nostadt. „Der Bedarf an G9 ist längst bewiesen, da braucht es keine neuen Studien, keine neuen Petitionen, sondern einfach nur den Respekt der Landesregierung vor dem Elternwillen und das Einsehen, dass eine bedarfsorientierte Schulpolitik nötig ist und keine weiter Bevormundung der Bürger/innen angebracht ist.“ 

Deshalb fordern die Autoren im Auftrag der Bürgerinitiative sowie der o.g. Fachleute, dass 

die Landesregierung schnellstmöglich ein flächendeckendes Gesetz erwirkt, das die Regelschulzeit von 9 Jahren an den Gymnasien zum nächsten Schuljahr vorsieht,

die Landesregierung zum nächsten Schuljahr eine Überführung in G9-Curricula derjenigen Schülerschaft erlaubt, die sich zurzeit in G8 befinden,

die Landesregierung die Erhöhung der Wochenstundenzahl der Sekundarstufe 1 aus dem Jahr 2005 an allen Schulen zurücknimmt (APO S1), sodass der reguläre Unterricht wieder in einer Halbtagsschule durchgeführt werden kann. 

die Landesregierung ermöglicht, dass Schüler/innen, die den verkürzten Weg zum Abitur wünschen, durch individuelle  Förderung und Überspringen in nur acht Jahren zum Abitur geführt werden.

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