Mehr Zeit für Kindheit und Jugend. G9 jetzt!

Volksbegehren

Wir brauchen 1.060.963 Unterschriften von deutschen Staatsbürgern ab 18 Jahren aus NRW.
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, seine Stimme für das Volksbegehren abzugeben:

1. Die Amtseintragung
Vom 02.02. bis zum 07.06.17 kann sich jeder Wahlberechtigte im Rathaus seiner Kommune (und in einigen Bürgerämtern) nach Vorlage des Personal­ausweises in die Unterschriftenliste eintragen. Diese Büros werden zusätzlich an 4 Sonntagen geöffnet sein: 19.02., 26.03., 30.04. und 28.05.

2. Die freie Unterschriftensammlung
Jeder kann sich →hier← mit Namen und Anschrift registrieren und dann Unterschriftenlisten herunterladen. Die gesammelten Unterschriften sendet er dann an "Mehr Zeit für Kindheit und Jugend e. V." in Gum­mersbach. Die Zeit für die freie Unterschriftensammlung dauert ein Jahr und läuft vom 05.01.2017 bis zum 04.01.2018.

Spenden benötigt!

Für die Durchführung des Volksbegehrens sind wir auf Spenden angewiesen.
Kontoinhaber: Mehr Zeit für Kindheit und Jugend e.V.
IBAN: DE15 3846 2135 7421 0910 18
Bank: Volksbank Oberberg e.G.
BIC: GENODED1WIL

Unterricht von 8 bis 16 Uhr ist zu viel.

Wir fordern, dass Eltern und Kindern die Wahlfreiheit gegeben wird, an einem Gymnasium in ihrer Nähe das Abitur nach Klasse 13 ohne Pflicht zum Nach­mittagsunterricht zu erreichen.

Seit dem Jahr 2005 wurde in Nordrhein-Westfalen die Schulzeit an Gymnasien (zum zweiten Mal nach 1936) auf 8 Jahre gekürzt. Dies ist das so genannte G8 oder Turbo-Abi nach Klasse 12.

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Die aktuelle Situation im Vorfeld des Hamburger Mathematik-Abi­turs 2017 sowie der Streit um das Niedersachsen-Abitur in Mathe­matik im vergangenen Jahr sind alarmierende Symptome für die Krise der Mathematikausbildung an den Schulen. Im Rahmen der Kompetenzorientierung, die der ganzen Republik in Form von Bildungsstandards vorgeschrieben wird, wurde der Mathematik-Schulstoff so weit ausgedünnt, dass das mathe­matische Vorwissen von vielen Studienanfängern nicht mehr für ein WiMINT-Studium ausreicht.

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In einer E-Mail vom 23.02.2017 schreibt Veith Lemmen, 2014 Vorsitzender der NRW-Jusus:
Ich fordere Sie daher erneut und unmissverständlich auf: Nehmen Sie den Beitrag bitte vollständig von Ihrer Homepage.

Worum geht es? Der damals veröffentlichte Text soll heute nicht mehr lesbar sein.
Gut ist, dass die Pressemitteilung vom 30. April 2014 über das Web-Archiv noch abrufbar ist. So kann jetzt noch jeder nachlesen, was damals veröffentlicht wurde:

http://www.nrwjusos.de/presse/turboabitur-abschaffung-statt-symptombehandlung/

Aber es gibt noch einen weiteren Text vom 4. Novemer 2014, der heute sehr interessant ist:

Zurück zu G9!
Gemeinsame Pressemitteilung der Grünen Jugend NRW und der NRW Jusos

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Insgesamt führt die erhöhte Stundentafel bei den Jugendlichen zu deutlich mehr Leistungsdruck. Denn nun müssen bereits untere Klassen am Nachmittag noch zum Unterricht. Aber gerade am Nachmittag sind sie dann kaum noch aufnahmefähig. Die vom Nachmittagsunterricht betroffenen Fächer können gar nicht mehr so viel Stoff schaffen wie früher.

Kirchengemeinden wie Sportvereine und Musikschulen merken diesen erhöhten Stress in der Form, dass Jugend- und Sportgruppen von weniger Kindern besucht werden und vor 16:30 Uhr gar nicht mehr möglich sind.

Familien merken den höheren Schulstress auch daran, dass ein gemeinsames Familienleben immer schwieriger wird, wenn bei mehr als einem Kind einmal die Tochter nachmittags-Unterricht hat und erst spät heim kommt und dann am nächsten Tag der Sohn. Und somit die Familie dann (in diesem Beispielfall) gleich an 2 Tagen nicht komplett mittags versammelt ist.

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Der verpflichtende Ganztag passt nicht zu den Arbeits­zeiten moderner Eltern.

In der Umfrage der Landeselternschaft der Gymnasien NRW e.V. (2016, publiziert März 2016, schriftlich September 2016) gab es ein deutliches Resultat: alle verpflichtenden Formen des Ganztags wurden schlecht benotet. Gut benotet wurden hingegen alle Vorschläge, in denen „Halbtagsschule“ oder „Vormittagsschule und Angebote am Nachmittag“ oder „offener Ganztag“ angeboten wurden.
Die Wünsche an die zeitliche Schulorganisation sahen im Einzelfall wie folgt aus:

  • Die beste Bewertung mit einer Note von 2,38 erhielt der Vorschlag „offener Ganztag“, d.h. „freiwilliger Ganztag mit Mittagessen in der Schule, AG Angebote in der Schule“.
  • Die schlechteste Bewertung erhielt der Vorschlag „gebundener Ganztag (d.h. verpflichtender) an jedem Tag“ mit einer Note von 4,99 – d.h. also „mangelhaft“.

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Professor Harald Lesch hat in sehr deutlicher Weise erklärt, was G8 ist.

Stattdessen sitzen halt die Kinder in den G8-Zuchthäusern und werden da durchgetrieben. Ich finde das aberwitzig.

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Die „G8 und mehr“ Umfrage der Landeselternschaft der Gymnasien NRW e.V. brachte ein eindeutiges Ergebnis:

88 % für G9 (Online-Umfrage), 79 % für G9 (postalische Umfrage). Über 54.000 Eltern, Schüler und Lehrer beteiligten sich an der Online-Umfrage. Es gibt keine Statusgruppe, in der die Befürwortung für G9 unter den Wert von 70,2 % fällt.

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Dieses neue Buch von Prof. Dr. Volker Ladenthin, Dipl. Psych. Anja Nostadt und Prof. Dr. Jo­chen Krautz führt erstmals die wissenschaftlichen und zivilge­sellschaftichen Argumente und Positionen zur Verkürzung des Gymnasiums zusammen.

Es gibt leider immer wieder Schwierigkeiten mit der Bestellung im Buchhandel, auf Amazon ist es aber problemlos erhältlich.

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Offener Brief an Armin Laschet

Sehr geehrter Herr Laschet,

danke für Ihr Schreiben vom 14. Oktober 2015. Wir haben uns sehr gefreut, dass Sie sich persönlich mit unserem Anliegen beschäftigen!

Am Ende dieses Schreibens haben wir tabellarisch dar­gestellt, wie sich die Jahreswochenstundenzahl zusammen­setzt, woraus sich sehr übersichtlich eine Beantwortung Ihrer Frage ergibt. Gern möchten wir aber hier auf die wichtigsten Aspekte eingehen.

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Am 20. April 2015 wurde die Volksinitiative erfolgreich abgeschlossen. 30 Aktive aus allen Teilen des Landes brachten die 71 Aktenordner mit 112.355 Unterschriften in den Landtag. Für 99.071 konnten wir die Bestätigung des Wahlrechts der Heimatkommune vorlegen, so dass die notwendige Zahl von 66.322 Unterschriften mit Bestätigungen weit übertroffen wurde.

Nach der Anhörung im Schulausschuss des Landtags wurde die Abstimmung überraschend von der Tagesordnung genommen. Am 24. Juni 2015 wurde das Ansinnen von über 100.000 Bürgern mit der Mehrheit von Grünen, SPD und FDP abgelehnt. Wir werden diese Missachtung des Bürgerwillens durch unsere Politiker nicht hinnehmen.

Fotos von der Übergabe …

Prof. Dr. Rainer Dollase

Neulich, im saarländischen Landtag – Anhörung zu G8/G9: natürlich wird man als Sachverständiger freundlich emp­fangen, natürlich darf man ausreden, natürlich werden Meinungen respektiert – man ist schließlich unter Demo­kraten. Und die Frage G8 oder G9 spaltet ja bundesweit sämtliche Parteien, also gibt es in jeder Partei Parteifreunde, die für G8 und andere, die für G9 sind.

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Das WDR-Fernsehen zeigte am 26. und 27. April 2015 einen Kurzbericht über die Volksinitiative in „Westpol” und ein aus­führliches Interview mit Herrn Schiele, unserem Düssel­dorfer Ansprechpartner, in „eins zu eins”.

Über die folgenden Links können Sie die Sendungen noch einmal sehen.

eins zu eins

WDR Westpol vom 26.04.2015 (5 min)

eins zu eins

WDR eins zu eins vom 27.04.2015 (24 min)

MIt Schreiben vom 03.03.2015 fordert die Geschäftsführerin des Landesverbands der Musikschulen, Frau Schwiening-Scherl, die Elterninitiative dazu auf, folgende Aussage von Herrn Volker Gerland, Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen in NRW, von der Webseite der Elterininitiative zu entfernen:

"Die Zahl der Gymnasiasten, die landesweit eine Musikschule besuchen, ist von rund 85 000 im Jahr 2009 auf rund 83 000 in 2012 gesunken. Besonders auffällig: Aus der gymnasialen Oberstufe waren 2009 noch rund 25 000 Jugendliche bei einer Musikschule angemeldet, im Jahr 2012 waren es nur noch etwa 22 500. Viele Eltern wollten ihre Kinder angesichts des Unterrichtspensums entlasten und hielten den Musikunterricht am ehesten für verzichtbar. Dies ist keine gute Entscheidung. Ich glaube, dass nicht nur die harten Fächer in der Schule dazu führen, dass man später ein erfolgreiches Berufsleben und zufriedenes Leben führt. Musik gehört zur persönlichen Entwicklung dazu."

Diese zu löschende Aussage wurde im Dezember 2013 von dpa veröffentlicht und kann im Kontext noch jetzt an folgenden Stellen nachgelesen werden:
Westdeutsche Zeitung vom 08.12.2013
RuhrNachrichten vom 07.12.2013
news4teachers.de 07.12.2013
Westfälischer Anzeiger 07.12.2013

G8 Bildungspolitik: mit Widersprüchen ins argumentative Abseits

G8 Befürworter verwickeln sich immer mehr in argumentative Widersprüche – diese sind um so zahlreicher, je weniger deren Vertreter etwas von Schule und Schulforschung verstehen. Wer vernünftig entscheiden will, kann nur zu dem Schluss kommen, dass die Wiedereinführung von G9 die einzig sinnvolle Maßnahme ist. Durch PISA hat die deutsche Öffentlichkeit jahrelang lernen müssen, dass man die Bildungsunterschiede zwischen verschiedenen Ländern auch in Schuljahren angeben kann. Da hörte man, dass der „durchschnittliche Unterschied zwischen Deutschland und Finnland ein halbes Schuljahr“ betrage. Oder: Schüler aus „bildungsfernen Elternhäusern“ in Deutschland hinken den Gymnasiasten mit Abständen hinterher, „die zwei Schuljahren entsprechen“. Oder: Der Unterrichtsausfall addiere sich zu „einem Jahr Schule“. Die logische Folgerung aus solcherlei Verlautbarungen ist klar: es kommt auch darauf an, wie lange man zur Schule geht. Deswegen ist G9 sinnvoll, sonst hinkt man hinterher. Gleichzeitig wird der Öffentlichkeit immer wieder eingehämmert, dass es für den globalisierten Wettbewerb darauf ankommt, das Bildungsniveau zu steigern. Schließlich seien wir ja bei PISA nur durchschnittlich. Und nun? Angesichts dieser eindeutigen Argumentationslage wollen die G8 Befürworter mal eben locker auf ein ganzes Jahr Schule verzichten. Kommt es also doch nicht auf die Schuljahre an?

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Im Gegensatz zur Darstellung von Ministerin Löhrmann, die sich als Moderatorin eines ergebnisoffenen Beratungs­prozesses unabhängiger Experten in der Öffentlichkeit dar­stellt, ging es in den Arbeitsgruppen nur um die Bewahrung von G8. Die Diskussion unter den etwa 50 Teilnehmern war jederzeit vom Schulministerium gelenkt. Bereits durch die Festlegung des Arbeitsauftrages zugunsten einer Bewahrung von G8 zeigte die Ministerin eine dreifache Missachtung:

  • die Missachtung des Wunsches der breiten Mehrheit der Bevölkerung für die Einführung von G9 an den Gym­nasien (seit Jahren ein stabiler Trend; aktuell mit 76 % für NRW repräsentativ belegt).
  • eine Missachtung der konkreten Erfahrungsberichte von Eltern, Lehrern, Schülern und Ärzten.
  • eine Missachtung der bestehenden Aussagen von erfahrenen Professoren zu entwicklungs- und lern­psychologischen Nachteilen von G8.

Das Ergebnis des Runden Tisches sind Empfehlungen, die nichts an den Problemen von G8 ändern, sondern der Öffentlichkeit Sand in die Augen streuen sollen. Alle Probleme von G8 bleiben erhalten.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Volksinitiative für G9 nächstes Jahr erfolgreich abgeschlossen wird. Wenn man bedenkt, dass die Umstellung auf G9 dem Landeshaushalt in den nächsten 6 Jahren über 900 Millionen Euro einsparen würde, kann man sich als Bürger nur wundern.

Das ARD-Fernsehen zeigte am 23. August 2014 eine Reportage zum Thema Warum das Turbo-Abi G8 auf der Kippe steht.

"Die größte Bildungsreform seit Jahrzehnten ist nach Ansicht der Kritiker vollkommen gescheitert. Die wichtigsten Vorwürfe: zu viel Schulstress, zu wenig Freizeit, zu wenig Wiederholung und Vertiefung, zu wenige außerschulische Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten - und vor allem: kein nachhaltiges Wissen. Der nur oberflächlich angelernte Stoff hält gerade bis zur nächsten Klassenarbeit, wird dort zu Papier gebracht - und danach für immer vergessen. So ist das Turbo-Abi zum Unwort geworden. Nicht nur bei der Mehrzahl der Schüler und Eltern, sondern auch bei immer mehr Lehrern."

Über den folgenden Link können Sie diese Sendung noch einmal sehen.

ARD Exclusiv

ARD Exclusiv vom 23.08.2014 (30 min)

Das WDR-Fernsehen berichtete am 9. April 2014 in der Sendung daheim + unterwegs über die Zukunft des Turbo-Abiturs G8.

"Laut einer repräsentativen Befragung des WDR wollen 63 Prozent der Bürger in NRW das Abi mit neun Jahren zurück. Eine EMNID-Umfrage aus dem Jahr 2012 zeigt, dass sich deutschlandweit 79 Prozent der Eltern eine Rückkehr der Gymnasialzeit zu G9 sowie eine Verringerung der Wochenstundenzahl wünschen. Kein Abitur im Turbo-Tempo, stattdessen mehr Zeit zum Lernen. In einigen Bundesländern ist eine Rückkehr zu G9 bereits möglich."

Über den folgenden Link können Sie diese Sendung noch einmal sehen.

ARD Plusminus

daheim + unterwegs vom 09.04.2014 (19 min)

Das ARD-Fernsehen berichtete am 9. April 2014 in der Sendung Plusminus über die Zunahme der Nachhilfe durch G8.

"Überall in Deutschland scheint es zu bröckeln: Das Turbo Abi, auch G8 genannt. Nachdem die Schüler seit einigen Jahren auf dem Gymnasium nur noch acht statt vorher neun Jahre brauchen sollen, macht sich in ganz Deutschland Unmut breit. Der Vorwurf der Kritiker: Die Schüler hätten zu viel Stress und die Qualität des Hochschulabschlusses habe nachgelassen."

Über den folgenden Link können Sie diese Sendung noch einmal sehen.

ARD Plusminus

ARD Plusminus vom 09.04.2014 (7 min)

Vier Monate noch, dann bin ich fertig. Dann werde ich auf acht Jahre Gymnasium zurückblicken, das sogenannte G 8. Politiker und "Experten" führen seit Jahren öffentliche Diskussionen, ob und wie das System überarbeitet werden sollte. Sie vergessen dabei aber konsequent, die Meinung derer einzuholen, die direkt betroffen sind: wir Schüler.

Weil im G 8 mehr zu Hause gearbeitet werden muss als im G 9, weil der Stress insgesamt größer und der Lehrplan enger ist - deshalb sollte man eigentlich höhere Quoten von Durchfallern erwarten, und mehr Schüler, die die Schule noch vor dem Abi verlassen. So ist es aber nicht gekommen. Letzten Endes aber wird alles dafür getan, dass alle Schüler durchkommen: Noten werden so montiert, dass sie nicht so desolat erscheinen, wie es zum G 8 passen würde.

Um den hohen Druck zu reduzieren, dem auch die Lehrer in der Oberstufe ausgesetzt sind, wurden die Lehrpläne bereits gekürzt. Um den Druck zu reduzieren, wird auf Qualität im Unterricht verzichtet: Denn trotz der gekürzten Lehrpläne bleibt kaum Zeit, auf Fragen der Schüler einzugehen. Immer wieder höre ich Sätze wie "Dazu ist jetzt keine Zeit" oder "Wir liegen schon so viele Stunden zurück."

Insgesamt wird auf Anspruch und Qualität immer mehr verzichtet, um das G 8 zu retten. Schüler müssten aber unterstützt werden, indem die Lehrer auf ihre Fragen eingehen können. Es ist doch besser, nachhaltiges Wissen zu schaffen, das den Schülern auch hinterher noch etwas bringt, als schlechte Noten schönzurechnen.

Markus Freitag, 18 Jahre, in der Süddeutschen Zeitung

Ganzer Text: www.sueddeutsche.de/bildung/2.220/

Das WDR-Fernsehen berichtete am 5. Februar 2014 in der Sendung Servicezeit über die Zunahme der Nachhilfe durch G8. Über den folgenden Link können Sie diese Sendung noch einmal sehen.

WDR Servicezeit

WDR Fernsehen Servicezeit vom 05.02.2014 (6 min)

Die Lokalzeit Ruhr im WDR-Fernsehen berichtete am 2. Dezember 2013 über die Folgen von G8:

Nach einem 10-Stunden-Tag in der Schule noch Hausaufgaben erledigen und lernen: Durch G8 bleibt vielen Gymnasiasten nachmittags kaum noch Freizeit. Folge: Viele geben ihr Hobby auf. Musikschulen und Sportvereine müssen ihr Angebot neu organisieren. Lehrer räumen ein, dass durch G8 trotz der Lernerei Lücken bleiben.

lokalzeit-2013-12-02

www.youtube.com/watch?v=73lPMFadMKM (6 min)

Am Montag, den 4. November 2013 berichtete das WDR-Fernsehen in der Sendung "markt" über die Folgen von G8 und die Elterninitiative G9 jetzt!

"In diesem Sommer haben die ersten G8-Abiturienten ihren Abschluss gemacht. Doch die Kritik an der verkürzten Schulzeit reißt nicht ab. Einige Schulen in NRW halten bewusst am alten System fest, um Lernstress zu vermeiden. Und engagierte Eltern haben eine Initiative gegründet, um das Turbo-Abitur wieder zu kippen"

markt-2013-11-04

WDR Fernsehen Markt vom 04.11.2013 (6 min)

Über den folgenden Link können Sie ein Interview mit dem Sprecher von G9-jetzt! in NRW auf dem Internetprogramm Deutsche Wirtschaft TV sehen.

deutsche-wirtschaft-tv

www.deutsche-wirtschaft.tv vom 27.11.2013 (5 min)

Ein Kind hält sein Leben, so wie es ist, für ganz normal. Woher soll es wissen, dass alles auch anders sein könnte? Oder wie die Erwachsenen gelebt haben, als die noch klein waren? Dieses Hinnehmen ist schön, weil Ihr nicht so viel grübeln müsst: »Was wäre, wenn...?« Aber es macht Euch auch da fügsam, wo Auflehnung angebracht wäre.

Du hast jeden Tag sieben Stunden Schule und weißt nicht, dass ich als Kind niemals täglich sieben Stunden hatte, in keinem einzigen Schuljahr. Dass ich nachmittags allenfalls vor dem Abitur so viel gelernt habe wie Du jetzt in der fünften Klasse, und niemals auf dem Weg ins Kino.

Irgendjemand hat die Welt verdreht! Nur wer?

Weißt Du: Das alles ist nicht einfach so passiert. Die freie Zeit ist nicht einfach so verschwunden. Wir Erwachsenen haben Euch ein Jahr Eurer Kindheit gestohlen. Aus Eile und Angst.

Ich habe mal gerechnet: Du wirst in den Schulklassen fünf bis zwölf 1200 Stunden mehr Schule haben, als ich es hatte. 1200 Schulstunden! 1200-mal 45 Minuten. Das sind 600 Fußballspiele. Das ist die Zeit, in der ich Karl-Heinz Rummenigge und Boris Becker war.

Henning Sußebach in der Zeit

Ganzer Text: www.zeit.de/2011/22/DOS-G8

Im Auftrag der Kultusministerkonferenz untersuchte das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Jahr 2012 das Fachwissen und den Lernzuwachs der Schüler in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik. Dabei kam Nordrhein-Westfalen in allen Fächern auf die letzten Plätze, in Physik sogar auf den letzten Platz. Rheinland-Pfalz hingegen, wo das Abitur nach 13 Jahren beibehalten wurde, belegt in allen Fächern den ersten oder zweiten Platz unter den westdeutschen Bundesländern.

Durch G8 müssen Kinder in NRW ab der 6. Klasse von 8 bis 16 Uhr im Unterricht sitzen. Auch an Haupt- und Realschulen erhöhte die nordrhein-wesrfälische Landesregierung im Jahr 2005 die Zahl der Unterrichtsstunden und machte Nachmittagsunterricht verpflichtend. Außerdem müssen Schüler in NRW bereits ein Jahr früher als Schüler in Rheinland-Pfalz Latein oder Französisch lernen.

In der 6. Klasse lernen die Schüler Bruchrechnung. Diese ist grundlegend für die weitere Mathematik und Physik. Wenn Kinder in dieser Zeit durch Nachmittagsunterricht und eine weitere Fremdsprache belastet werden, bleibt ihnen keine Zeit und keine Motivation für mathematische Bildung übrig. 

Die Vorverlagerung abstrakter Bildungsinhalte und komplexer Zusammenhänge durch die G8-Bildungsplanreform in frühere Klassenstufen entspricht nicht der Einwicklungspsychologie der Kinder und Jugendlichen. Der dadurch entstandene Niveau- und Qualitätsverlust gymnasialer Bildung ist in NRW inzwischen wissenschaftlich erwiesen.

Am 20. September 2012 begann die Dortmunder Schülerin Merle Ruge damit, Unterschriften gegen das Turbo-Abitur zu sammeln, um eine Petition an den Landtag einzureichen. Bis zum 19. März 2013 unterschrieben 10 225 Bürger des Landes Merles Petition.

Bezeichnend ist der Aussage einer betroffenen Schülerin: „Ich gehe morgens um 8 in die Schule, es ist dunkel! Ich komme abends nach Hause, es ist dunkel. Gibt mir dieses wunderbare System namens G8 auch noch irgendwelche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung?”

Am 20. März 2013 wurde die Petition beim Petitions­ausschuss des Landtags eingereicht. Der Schulausschuss des Landtages hat dann seine Position bekräftigt und das Ansinnen der Petition zurückgewiesen.

Ende 2010 gab die Landesregierung den Gymnasien für ein einziges Mal die Möglichkeit, sich für das Abitur nach 13 Jahren zu entscheiden. Dabei wurden jedoch Elemente zwingend eingebaut, die den Sinn konterkarierten:

  1. Die Zahl der Wochenstunden wurde für Gymnasien, die zur vollen Schulzeit zurückkehren wollten, auf 188 Wochenstunden von Klasse 5 bis 10 erhöht, so dass sich eine  durchschnittliche Zahl von 31,3 Schulstunden pro Woche ergibt. Der überlange Schultag blieb somit für die zu G9 wechselnden Gymnasien erhalten.
  2. Die zweite Fremdsprache (Latein / Französisch) muss auch bei den G9-Gymnasien bereits in der Klasse 6 eingeführt werden.
  3. In der Oberstufe blieb mit 34 Pflichtwochenstunden der Unterricht bis in den Abend so wie bei G8.
  4. Die gestrichenen Unterrichtsinhalte wurden nicht wieder hergestellt.
  5. Die Entscheidung über die Schulzeit trafen ausschließlich Lehrer und nicht betroffene Eltern und Schüler in der Schul­konferenz. Denn Mitglieder der Schulkonferenz sind nur aktuelle Schüler und ihre Eltern. Diesen wurde aber ein Wechsel zu G9 grundsätzlich verboten. Nur die zukünftigen Schüler konnten von einem Abitur nach Klasse 13 profitieren, hatten aber prinzipiell keine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.

Im Ergebnis gibt es in Nordrhein-Westfalen von 628 Gymnasien nur 13 Schulen, die das Abitur nach 13 Jahren unter den oben genannten Bedingungen anbieten. Ein Besuch der Mittelstufe ohne Nachmittagsunterricht ist an diesen Gymnasien nicht möglich.

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