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Insgesamt führt die erhöhte Stundentafel bei den Jugendlichen zu deutlich mehr Leistungsdruck. Denn nun müssen bereits untere Klassen am Nachmittag noch zum Unterricht. Aber gerade am Nachmittag sind sie dann kaum noch aufnahmefähig. Die vom Nachmittagsunterricht betroffenen Fächer können gar nicht mehr so viel Stoff schaffen wie früher.

Kirchengemeinden wie Sportvereine und Musikschulen merken diesen erhöhten Stress in der Form, dass Jugend- und Sportgruppen von weniger Kindern besucht werden und vor 16:30 Uhr gar nicht mehr möglich sind.

Familien merken den höheren Schulstress auch daran, dass ein gemeinsames Familienleben immer schwieriger wird, wenn bei mehr als einem Kind einmal die Tochter nachmittags-Unterricht hat und erst spät heim kommt und dann am nächsten Tag der Sohn. Und somit die Familie dann (in diesem Beispielfall) gleich an 2 Tagen nicht komplett mittags versammelt ist.

Hier wird Familien und besonders Jugendlichen Lebenszeit gestohlen! Für uns als Eltern war es sehr gut, neben der Schule noch Zeit zu haben, um uns musikalisch und kirchlich zu engagieren. Das hat auch die Persönlichkeitsbildung gefördert. Diese Zeit fehlt heute, wenn immer mehr Tage auch nachmittags von der Schule belegt werden. Eine eigene Zeiteinteilung wird so unterbunden. Persönlichkeitsentfaltung erschwert. Engagement für andere ist kaum noch möglich. Langfristig ist das für die Gesellschaft nicht gut, wenn der Zeitplan der Familien derart durch die Schule fremdbestimmt ist.

Es tut der Zivilgesellschaft nicht gut, wenn sie nur noch leistungsorientierten Nachwuchs produziert und Jugendlichen nicht mehr ausreichend Raum gibt, sich und ihre eigenen Fähigkeiten durch Engagement für die Gemeinschaft zu erproben und zu üben.