Drucken

Im Auftrag der Kultusministerkonferenz untersuchte das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Jahr 2012 das Fachwissen und den Lernzuwachs der Schüler in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik. Dabei kam Nordrhein-Westfalen in allen Fächern auf die letzten Plätze, in Physik sogar auf den letzten Platz. Rheinland-Pfalz hingegen, wo das Abitur nach 13 Jahren beibehalten wurde, belegt in allen Fächern den ersten oder zweiten Platz unter den westdeutschen Bundesländern.

Durch G8 müssen Kinder in NRW ab der 6. Klasse von 8 bis 16 Uhr im Unterricht sitzen. Auch an Haupt- und Realschulen erhöhte die nordrhein-wesrfälische Landesregierung im Jahr 2005 die Zahl der Unterrichtsstunden und machte Nachmittagsunterricht verpflichtend. Außerdem müssen Schüler in NRW bereits ein Jahr früher als Schüler in Rheinland-Pfalz Latein oder Französisch lernen.

In der 6. Klasse lernen die Schüler Bruchrechnung. Diese ist grundlegend für die weitere Mathematik und Physik. Wenn Kinder in dieser Zeit durch Nachmittagsunterricht und eine weitere Fremdsprache belastet werden, bleibt ihnen keine Zeit und keine Motivation für mathematische Bildung übrig. 

Die Vorverlagerung abstrakter Bildungsinhalte und komplexer Zusammenhänge durch die G8-Bildungsplanreform in frühere Klassenstufen entspricht nicht der Einwicklungspsychologie der Kinder und Jugendlichen. Der dadurch entstandene Niveau- und Qualitätsverlust gymnasialer Bildung ist in NRW inzwischen wissenschaftlich erwiesen.